Sonntag, 24. Februar 2008

ُُStudenten im Iran vor Gericht


Die StudentInnen an der Universität Amir-Kabir sind sehr aktiv und kritisch. Es finden dort regelmäßig studentische Versammlungen und öffentliche politische Diskussionen statt. Als Ahmadinejad letztes Jahr an dieser Universität einen Vortrag hielt, haben die StudentInnen sehr kritische Fragen gestellt und Parolen gerufen. Sie zeigten auf den Kopf gestellte Bilder von Ahmadinejad und verbrannten teilweise seine Bilder. Das hat wohl seinen Stolz verletzt.
Aus diesen Gründen versuchte die iranische Regierung und besonders ihr Geheimdienst diese Bewegung zu unterdrücken. Beispielsweise organisierte sie ihre Anhänger gegen eine regierungskritische Studentenzeitschrift an dieser Universität. In einer Nacht hat der iranische Geheimdienst eine besonders radikale Fälschung dieser Zeitschrift hergestellt, gedruckt und verteilt. Am nächsten Tag nahm der Geheimdienst drei verantwortliche Redakteure der Zeitschrift fest und behauptete, die gefälschte Ausgabe stamme von ihnen. Diese drei Studenten (Ahmad Ghassaban, Ehssan Mansouri und Majid Tawakoli) wurden im Ewin - Gefängnis brutal gefoltert. Der Geheimdienst wollte sie zwingen, im Fernsehen aufzutreten und öffentliche Geständnisse abzulegen, was sie jedoch nie taten. In diesem Zusammenhang hat der Geheimdienst auch zahlreiche andere beteiligte Studenten festgenommen.
Aufgrund des schnell durchgezogenen Verfahrens, gelang es den drei Studenten nicht rechtzeitig, die Beweise ihrer Unschuld herbeizubringen, so dass sie in der ersten Instanz verurteilt wurden. Befreundeten Studenten gelang es jedoch, genaue Beweise dafür, wer die gefälschte Ausgabe in welcher Druckerei hergestellt hat, zusammenzutragen, so dass die drei Studenten in einem zweiten Verfahren freigesprochen wurden. Trotzdem wurden sie nicht freigelassen sondern vor ein drittes Gericht gebracht, das am gestrigen Sonntag, den 17.2.2008, über den Fall verhandelte.

Weibliche und männliche Telefonzellen im Iran


Bild: Unisex-Telefonzellen in London



Seit einigen Tagen sind die Telefonzellen in der heiligen Stadt Quom weiblich und männlich geworden. Frauen dürfen nur die weiblichen, Männer nur die männlichen Telefonzellen benutzen. Das bedeutet, dass wenn eine Person in der falschen Telfonzelle telefoniert, die Scharia verletzt wird, die Person festgenommen und bestraft werden muss.
Die Stadt Quom ist wie der Vatikan in Rom. Ein Regierungssprecher hat behauptet, dass diese neue Regel langsam im ganzen Iran umgesetzt werden wird.