Sonntag, 6. September 2009

Weil sie Christen sind


Zwei iranischen Christinnen stehen ein Prozess und eine mögliche Todesstrafe bevor. Das berichtete die "Bild"- Zeitung in ihrer Ausgabe vom Montag unter der Überschrift "Diesen Frauen droht der Tod". Die jungen Frauen waren vom Islam zum Christentum konvertiert und befinden sich trotz internationaler Proteste, etwa in Deutschland, seit März dieses Jahres in einem iranischen Gefängnis.Bei den Inhaftierten handelt es sich um die 27-jährige Maryam Rostampour und die 30-jährige Marzieh Amirizadeh Esmaeilabad. Gegenüber der "Bild"-Zeitung sagte Sabatina James, österreichisch-pakistanische Autorin und ebenfalls Konvertitin, bezüglich der Haftbedingungen der Frauen: "Sie sitzen in Einzelhaft, werden mit verbundenen Augen verhört, fünfmal am Tag ausgepeitscht und Essensrationen sind auf das Minimum reduziert."Bangen um ihr Leben: Zwei Christinnen im Iran. Die "Bild-Zeitung" thematisierte ihre Festnahme.Quelle: Bild-ZeitungLaut "Bild"-Zeitung steht ihnen nun in Teheran ein Schauprozess bevor, dessen möglicher Ausgang die Todesstrafe ist. Seit September 2008 kann nach iranischer Rechtssprechung der "Abfall vom Islam" mit dem Tod bestraft werden. Rechtskräftig wird das Urteil, wenn der islamische Wächterrat zugestimmt hat.Demonstranten fordern Freilassung der IranerinnenBereits am 15. August protestierten 120 Menschen vor der iranischen Botschaft in Berlin unter dem Motto "Religion ist ein Menschenrecht" für die Freilassung der beiden inhaftierten Frauen. Die "Internationale Gesellschaft für Menschenrechte" (IGFM) hatte gemeinsam mit der "Bürgerbewegung Pax-Europa" (BPE) zu einer Demonstration aufgerufen. Unter den Teilnehmern der Mahnwache befanden sich auch Muslime, die zum Christentum übergetreten waren.Während der Veranstaltung kritisierte René Stadtkewitz, Berliner Abgeordnete für die CDU und Mitglied im Bundesvorstand der BPE, eine "Unvereinbarkeit des Islam" mit dem christlich-jüdisch geprägten Werte- und Rechtssystem Deutschlands. Der Blick auf die Islamische Republik Iran zeige, wie ein Gesellschaftssystem funktioniere, wenn es auf Koran und Scharia aufgebaut sei.Wilfried Puhl-Schmidt, Vorstandsmitglied der BPE, kritisierte die mangelhafte Berichterstattung der Medien über Schikanen, Ausgrenzungen, Bedrohungen und Verfolgung gegenüber Nichtmuslimen im Ausland. Er forderte zudem stärkere Zusammenarbeit von Menschenrechtsorganisationen und Bürgerbewegungen, um gegen die Verfolgung von Christen und anderer verfolgten Nichtmuslime in islamischen Ländern öffentlich zu protestieren.Die BPE ist ein unabhängiger Verein, der sich für die "Bewahrung der christlich-jüdischen Tradition" sowie die "Erhaltung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung" einsetzt. Die Bürgerbewegung distanziert sich von Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus. Die IGFM ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich auf internationaler Ebene für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzt und humanitäre Hilfe leistet. (PRO)VON: rs 01.09.2009

Montag, 22. Juni 2009

Krawalle in Iran: "Das Land gehört euch


Dieses YouTube-Video zeigt angeblich den Tod einer jungen Frau am Rande der Demonstration in Teheran vom Samstag: Es heißt, die 19-jährige Neda sei von einem Scharfschützen tödlich getroffen worden, während sie mit ihrem Vater die Proteste beobachtete. Die Echtheit der Aufnahme konnte bislang nicht nachgeprüft werden.

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Ali Khamenei, Revolutionsführer immer härter gegen Frauen



Khamenei, Ali
Unterdrückung, Zensur, Iran, seit 1989
Geburtsdatum: 18. April 1939Amt: RevolutionsführerWohnort: TeheranVergehen: Justiz und Revolutionsgarden, die Khamenei unterstehen, gehen immer härter gegen Frauen vor, die für ein Ende der rechtlichen Diskriminierung von Frauen kämpfen. Gut 50 von ihnen sind in den letzten beiden Jahren festgenommen, verhört und zu Haftstrafen verurteilt worden. In den Todeszellen der iranischen Justiz warten rund 120 Minderjährige auf ihre Hinrichtung. Die Pressefreiheit ist sehr eingeschränkt. Die meisten reformorientierten Zeitungen sind von der Justiz geschlossen worden. Iran blockiert etwa fünf Millionen kritische Websites.Quellen: Der Iran wird regelmäßig von der UN-Menschenrechtskommissarin kritisiert. Human Rights Watch veröffentlichte im September das Papier "Iran: Rights Crisis Escalates. Faces and Cases from Ahmadinejad’s Crackdown". Was behindert die Ergreifung? Die Verfassung verbietet Folter und garantiert weitgehend Menschenrechte und Pressefreiheit, jedoch eingeschränkt: Sie müssen konform gehen "mit islamischen Kriterien".Zuständiges Gericht: Der Internationale Strafgerichtshof; Iran hat das Statut aber nur unterzeichnet, nicht ratifiziert. Khamenei macht keine Auslandsreisen, auf denen er festgenommen werden könnte.

Mittwoch, 28. Mai 2008

Irans Führung verwehrte der Frauenaktivistin die Ausreise



Sie ist die Stimme der iranischen Frauenbewegung. Parvin Ardalan sollte gestern in Schweden den Olof-Palme-Preis für ihren Kampf gegen die Diskriminierung von Frauen in Iran erhalten, doch zur Verleihung erschien sie nicht. Am Montag saß sie schon im startbereiten Flugzeug nach Stockholm, als sie ohne Begründung zum Aussteigen gezwungen wurde. Der Pass wurde ihr abgenommen, ein 72-stündiges Reiseverbot folgte. Die iranischen Behörden hatten sich durchgesetzt.
Über Ardalans Biografie ist wenig bekannt. In verschiedenen Quellen ist sie entweder 36 oder 41 Jahre alt. Sicher ist, dass sie Mitbegründerin einer im August 2006 begonnenen Kampagne ist, die in Iran eine Million Unterschriften für die Gleichstellung der Frauen sammeln will. Sie war auch Gründungsmitglied des ersten Frauenkulturzentrums zur Unterstützung der Frauenrechte. Als Journalistin arbeitete sie für die Zeitschrift »Zanan« (Frauen) und für das Onlinemagazin »Feminist Tribune of Iran«, bevor beide wie auch das Zentrum in den vergangenen Monaten geschlossen wurden. Das Internet war »ein großartiges Werkzeug«, äußerte Ardalan nach der Schließung enttäuscht. An guten Tagen wurde die »Feminist Tribune« von 70 000 Lesern angeklickt.
Die unbequeme Aktivistin schreibt über den Alltag iranischer Frauen: häusliche Gewalt, den Zwang, im Bus hinten zu sitzen, fehlende Rechte bei Scheidungen oder Sorgerechtsfällen. In ausländischen Medien spricht sie auch über die Zensur der Medien – manchmal durchaus mit Humor. Als in einem iranischen Film alle Szenen mit Schauspielerinnen nur in Schwarz-Weiß zu sehen waren, soll Ardalans Mutter gesagt haben: »Ich glaube, da stimmt was mit dem Fernseher nicht.« Die Antwort der lachenden Tochter: »Das liegt wohl eher daran, dass die Damen Make-up tragen.«
Wie über 40 andere Aktivistinnen wurde Ardalan wegen Sammelns von Unterschriften – als Gefährdung der nationalen Sicherheit ausgelegt – schon einmal zu dreijähriger Haft verurteilt. Dagegen hat sie Berufung eingelegt. Die Machthaber Irans wollen ihre Stimme also nicht zum ersten Mal zum Schweigen bringen. Doch diesmal hört die Welt mit. Schon deshalb hat sich der Preis gelohnt.
Quelle: Neues Deutschland

Mittwoch, 5. März 2008

Tag der Studentenproteste in Schiras


Wie die iranische Webseite Iran-Emrooz.Net am 3. März 2008 berichtet, gehen die Studentenproteste an der Universität Schiras weiter, obwohl inzwischen zwölf Studenten vom Revolutionstribunal vorgeladen wurden.Am 3. März versammelten sich 2000 StudentInnen zum Sitzstreik. Ihre Forderungen lauteten:- Rücktritt oder Absetzung des Rektors Dr. Sadeqi- Auflösung des derzeitigen Hochschulrats, in dem nur von Dr. Sadeqi eingesetzte Vertreter sitzen und Abhaltung von Wahlen für eine Neuvertretung- Demontage der Videokameras, die die ganze Universität überwachen- Zugang der StudentInnen zum Internet an der Technischen Fakultät- Bessere Ausstattung und Ausbau der Wohnheime für Studentinnen- Ausgabe von Essen an Feiertagen- Einsetzung geeigneter Hausmeister in den Wohnheimen für Studentinnen, die sich nicht so grob und beleidigend verhalten, wie die derzeitigen- Anstellung von fachkundigen Dozenten anstelle einer Auswahl aufgrund von “Beziehungen”Auf dem Protest am Morgen des 3. März 2008 wurden die Forderungen der Studenten in dieser Form vorgetragen:“Dem Kommandanten der Kaserne: Das ist unsere letzte Botschaft:Die Studentenbewegung ist bereit für den Aufstand”(mit ‘Kommandant der Kaserne’ ist der Rektor der Universität gemeint)“Auch wenn es Schüsse und Verschwörungen hagelt,die Bewegung geht weiter!”“Wir sind kämpferische Männer und Frauen, komm doch, dann kämpfen wir miteinander!”“Der Korrupte muss entlassen werden

Sonntag, 24. Februar 2008

ُُStudenten im Iran vor Gericht


Die StudentInnen an der Universität Amir-Kabir sind sehr aktiv und kritisch. Es finden dort regelmäßig studentische Versammlungen und öffentliche politische Diskussionen statt. Als Ahmadinejad letztes Jahr an dieser Universität einen Vortrag hielt, haben die StudentInnen sehr kritische Fragen gestellt und Parolen gerufen. Sie zeigten auf den Kopf gestellte Bilder von Ahmadinejad und verbrannten teilweise seine Bilder. Das hat wohl seinen Stolz verletzt.
Aus diesen Gründen versuchte die iranische Regierung und besonders ihr Geheimdienst diese Bewegung zu unterdrücken. Beispielsweise organisierte sie ihre Anhänger gegen eine regierungskritische Studentenzeitschrift an dieser Universität. In einer Nacht hat der iranische Geheimdienst eine besonders radikale Fälschung dieser Zeitschrift hergestellt, gedruckt und verteilt. Am nächsten Tag nahm der Geheimdienst drei verantwortliche Redakteure der Zeitschrift fest und behauptete, die gefälschte Ausgabe stamme von ihnen. Diese drei Studenten (Ahmad Ghassaban, Ehssan Mansouri und Majid Tawakoli) wurden im Ewin - Gefängnis brutal gefoltert. Der Geheimdienst wollte sie zwingen, im Fernsehen aufzutreten und öffentliche Geständnisse abzulegen, was sie jedoch nie taten. In diesem Zusammenhang hat der Geheimdienst auch zahlreiche andere beteiligte Studenten festgenommen.
Aufgrund des schnell durchgezogenen Verfahrens, gelang es den drei Studenten nicht rechtzeitig, die Beweise ihrer Unschuld herbeizubringen, so dass sie in der ersten Instanz verurteilt wurden. Befreundeten Studenten gelang es jedoch, genaue Beweise dafür, wer die gefälschte Ausgabe in welcher Druckerei hergestellt hat, zusammenzutragen, so dass die drei Studenten in einem zweiten Verfahren freigesprochen wurden. Trotzdem wurden sie nicht freigelassen sondern vor ein drittes Gericht gebracht, das am gestrigen Sonntag, den 17.2.2008, über den Fall verhandelte.

Weibliche und männliche Telefonzellen im Iran


Bild: Unisex-Telefonzellen in London



Seit einigen Tagen sind die Telefonzellen in der heiligen Stadt Quom weiblich und männlich geworden. Frauen dürfen nur die weiblichen, Männer nur die männlichen Telefonzellen benutzen. Das bedeutet, dass wenn eine Person in der falschen Telfonzelle telefoniert, die Scharia verletzt wird, die Person festgenommen und bestraft werden muss.
Die Stadt Quom ist wie der Vatikan in Rom. Ein Regierungssprecher hat behauptet, dass diese neue Regel langsam im ganzen Iran umgesetzt werden wird.